Im Magazin blättern
  1. 01 · Schwedens bester Eldost
  2. 02 · Der Hofladen, der im Wald leuchtet
  3. Extra · Der Bau: vom Käse zum Hof
  4. 03 · Die Feuerseelen in der Käserei
  5. 04 · Terroir aus Nord-Småland
  6. 05 · Margaretelund besuchen
  7. 06 · Der Eiskiosk am Weg
  8. 07 · Die Tiere am Zaun
  9. 08 · So schmeckt Margaretelund

Der Bau / Ursprungsgeschichte

Wir kauften einen Hof, um eine Käserei bauen zu können

Vom Käse in der heimischen Küche zum Hofladen, zur Käserei und zum Ausflugsziel im Wald – Margaretelund begann nicht mit einer Geschäftsidee, sondern mit einem Käse, der ein richtiges Zuhause brauchte.

Holzrahmen des Hofladens Margaretelund während des Baus
What would become Margaretelund’s farm shop begins to take shape at the edge of the forest.

Es beginnt nicht mit Baugenehmigungen, Zeichnungen oder langen Kalkulationen. Es beginnt in einer Küche.

Als Emelie und Alexander zu Hause Käse machten, ging es nicht darum, ein Ausflugsziel im Wald zu schaffen. Sie wollten guten Käse machen. Echten Käse. Käse mit Persönlichkeit.

Doch die Küche wurde schnell zu klein für den Traum.

Der nächste Schritt brauchte eine Käserei: einen Ort, an dem Milch, Handwerk und Arbeit Platz bekommen konnten. Deshalb suchten sie nach einem Hof mit genug Land für einen Neubau. Als Alexander eine nahegelegene Immobilie entdeckte, fragte er den Besitzer schlicht, ob sie zu kaufen sei.

Sie war es.

Dort, an dem Ort, der später Margaretelund werden sollte, begann das nächste Kapitel.

Zuerst kam der Hof. Dann wuchs alles andere.

Die Käserei war der Grund, warum der Hof gekauft wurde. Doch wie so oft auf Margaretelund blieb die Wirklichkeit nicht ganz im Plan.

Während der Traum von der Käserei Form annahm, fanden die Menschen bereits zum Käse. Kunden klopften in Björkenäs an die Haustür und fragten nach Eldost. Die Idee einer kleinen Käsebude entstand zunächst als praktische Lösung.

Aber kleine Ideen bleiben hier draußen selten klein.

Die Käsebude wurde ein Hofladen. Der Hofladen wurde ein Ausflugsziel. Und die Käserei, der Grund von Anfang an, wurde zum Herzen des Ortes.

“A cheese led to a dairy. A dairy required a farm.”

Sie bauten selbst. Fast alles.

2022 begann der Bau. Nicht symbolisch, sondern wirklich.

Von den ersten Pfählen im Boden bis zum letzten Firstziegel wurde fast alles mit eigenen Händen gemacht.

Wände wurden gestellt, Dachstühle montiert, Holz getragen, gesägt, gemessen und verschraubt. Was später selbstverständlich aussieht, begann als Schlamm, Regen, Kies und unzählige Entscheidungen.

Beim Bau des Ladens gab es auf dem Hof nicht einmal Strom.

Sägen und Schrauber liefen mit Akkus. Vieles andere wurde von Hand gemacht. Manchmal musste das ganze Projekt vollkommen absurd wirken.

Mehr als einmal kam der Gedanke: Was zum Teufel machen wir hier eigentlich?

Erst wurde Käse verkauft. Dann Baumaterial gekauft.

Die Bank war nicht besonders interessiert daran, an das Projekt zu glauben.

Also taten Emelie und Alexander, was sie konnten: Sie fuhren auf Märkte und Messen, verkauften Käse und kauften vom Erlös Baumaterial.

Wichtige Unterstützung kam außerdem vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Doch die Fördermittel bauten das Haus nicht von selbst. Das taten Emelie und Alexander – mit Familie, Freunden, Hartnäckigkeit und unzähligen Arbeitsstunden.

Minusgrade, Wind und ein Dach, das fertig werden musste

Manche Bautage haben sich besonders eingeprägt.

Wenn das Wetter umschlug, der Wind an der Windpappe riss und das Dach vor dem Regen fertig werden musste. Oder wenn der Boden sich in Schlamm verwandelte und alles doppelt so lange dauerte.

Romantisch war der Bau selten. Er war kalt, schwer, unpraktisch und manchmal absurd.

Und trotzdem machten sie weiter.

Ein Haus, das mehr trägt als Waren

Im Dezember 2024 öffnete der Laden.

Aus einer Idee war ein realer Ort geworden: ein Raum für Käse, Lebensmittelhandwerk, Menschen, Geschichten und das Gefühl, dass zwischen Nässjö und Eksjö etwas Unerwartetes im Wald verborgen liegt.

Heute sieht man einen fertigen Laden, eine Käserei und einen Hof mit Tieren. Schwerer zu sehen sind all die Stunden in den Wänden.

Ein Käse führte zu einer Käserei. Eine Käserei brauchte einen Hof. Ein Hof wurde ein Laden. Ein Laden wurde ein Ziel.

Und irgendwo unterwegs wurde all das mit eigenen Händen gebaut.

Rucksack an einem halbfertigen Holzständerwerk
Ein Rucksack, ein halbfertiges Ständerwerk und ein Boden voller Regenwasser. Manche Tage bestanden mehr aus Willen als aus Bequemlichkeit.
Emelie im Holzständerwerk
Emelie mitten im Ständerwerk, als das Gebäude noch mehr Zeichnung als Raum war.
Handarbeit an der Holzfassade
Vieles wurde von Hand gemacht. Brett für Brett.
Emelie und Alexander im künftigen Gebäude
Emelie und Alexander in dem, was später Laden und Meierei werden sollte.
Das Gebäude bekommt Holzfassade und das Dach wird weitergebaut
Fassade, Dach und zahllose kleine Arbeitsschritte. Der Bau nahm Schritt für Schritt Gestalt an.
Ein Wandteil wird während des Baus aufgerichtet
Wände wurden mit Hilfe von Familie und Freunden aufgerichtet – und mit ziemlich viel Beharrlichkeit.
Lehm und Pfützen rund um das halbfertige Gebäude
Im Moment selbst war es nicht immer schön. Manchmal waren es vor allem Schlamm, Kälte und das Warten auf besseres Wetter.
Emelie auf dem Dach bei Winterwetter
Manche Tage bedeuteten Schnee auf dem Dach und Arbeit in Winterkälte.
Alexander arbeitet zwischen den Dachbindern
Messen, anpassen und weitermachen – auch wenn die Arbeitspositionen eher fragwürdig waren.
Rohre und Fußbodenheizung im Fundament der Meierei
Die Meierei begann im Unsichtbaren: Abfluss, Rohre, Gefälle und Funktion.
Ladeninneres während der Fertigstellung
Irgendwann begann die Baustelle, einem Laden zu ähneln.
Ein Kind macht während des Baus Pause im gedämmten Gebäude
Der Bau fand mitten im Leben statt, nicht daneben.
Alexander arbeitet im Gebäude mit Dämmung
Dämmung, Ständerwerk und noch ein Tag voller Dinge, die stimmen mussten, bevor der nächste Schritt beginnen konnte.
Detail von Bodenablauf und Gefälle im Fundament der Meierei
Der fertige Ausdruck ruhte auf vielen praktischen Details, die von Anfang an richtig sein mussten.
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