Im Magazin blättern
  1. 01 · Schwedens bester Eldost
  2. 02 · Der Hofladen im Wald
  3. Extra · Der Bau: vom Käse zum Hof
  4. 03 · Die Feuerseelen in der Käserei
  5. 04 · Nordsmåländisches Terroir
  6. 05 · Margaretelund besuchen
  7. 06 · Der Eiskiosk am Weg
  8. 07 · Die Tiere am Zaun
  9. 08 · So schmeckt Margaretelund

Sommerreportage / Margaretelund

Der Sommer beginnt an einer kleinen Klappe

Als ich nach Margaretelund komme, ist der Eiskiosk noch nicht geöffnet. Stattdessen werden Blumenkästen getragen, Tische abgewischt, und Emelie erzählt von einer Sommeridee, die Familien, kulinarische Reisende und langsame Småland-Entdecker das Gefühl geben soll, in Ormaryd ein kleines Geheimnis gefunden zu haben.

Die Klappe sitzt in der Wand der Meierei. Drumherum entsteht gerade ein Sommerort mit Tischen, Blumenkästen, Kaffee, Schafen, Ziegen und Eis von Ryssbyglass.
Die Klappe sitzt in der Wand der Meierei. Drumherum entsteht gerade ein Sommerort mit Tischen, Blumenkästen, Kaffee, Schafen, Ziegen und Eis von Ryssbyglass.

Es ist nicht der Eröffnungstag, als ich nach Margaretelund komme. Vielleicht ist genau das besser so. Die wahre Geschichte eines Eiskiosks beginnt selten mit glänzenden Speisekarten und perfekt ausgerichteten Stühlen. Sie beginnt mit jemandem, der einen Blumenkasten trägt, mit einem Tisch, der noch einmal umgestellt wird, und mit einer Fläche, die bald klebrige Kinderhände, Kaffeetassen und schmelzendes Eis tragen wird.

In der Wand der Meierei wartet eine kleine Klappe noch auf ihren ersten Sommer. Am 18. Juni 2026 öffnet sie wirklich. Danach soll sie den ganzen Sommer über donnerstags, freitags und samstags von 13 bis 19 Uhr geöffnet sein. Schon jetzt versteht man, was diese Klappe mit dem Ort machen soll: den Besuch verlängern.

Emelie spricht über den Eiskiosk, während der Alltag um sie herum weiterläuft. Tische müssen hinaus, Pflanzungen fertig werden, und der Innenhof soll vor den Sommerferien sowohl schön als auch praktisch sein. Sie beschreibt keine große Attraktion. Eher ein kleines Ritual: eine Kugel kaufen, sich in Sonne oder Schatten setzen und die Kinder entdecken lassen, dass hinter dem Zaun Schafe und Ziegen stehen.

Wichtig ist: Das Eis wird nicht auf Margaretelund hergestellt. Es kommt von Ryssbyglass außerhalb von Nässjö, wo Eva und Hans Eis aus der Milch ihrer eigenen Kühe machen und ihrem schlichten, schönen Motto folgen: „bara goa grejjer“ – nur gute Sachen. In einem Laden, der von nordsmåländischem Terroir lebt, wirkt das nicht wie ein fremdes Produkt. Es ist dieselbe Landschaft, nur in einer anderen Form.

Die Auswahl wird bewusst klein sein. Drei Standardsorten und eine Bonussorte. Dulce de leche, weil der Name ein wenig schwer auszusprechen und der Geschmack leicht zu mögen ist. Sahne- oder Vanilleeis für das Reine und Milchige. Erdbeersorbet für den Sommer. Und dann eine vierte Sorte, die je nach Laune, Saison und Verfügbarkeit wechselt.

Streusel und Saucen wird es nicht geben. Das wird ohne Entschuldigung gesagt. Solche Dinge braucht man, wenn man den Geschmack eines schlechten Softeises verstecken muss. Ryssbyglass muss man nicht verstecken. Es darf im Becher oder in Margaretelunds eigener handgemachter glutenfreier Waffel stehen und das Erlebnis allein tragen.

Genau darin wird der Kiosk als Reiseziel interessant. Nicht weil er laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern weil er einen Grund gibt, zu bleiben. Eine deutsche Familie auf der Fahrt durch Småland. Ein niederländisches Paar mit Karte, Kaffeedurst und viel Zeit. Eine Familie aus der Gegend, die den Weg schon kennt. Alle können sie denselben kleinen Ort hinter der Meierei finden und für einen Moment glauben, er gehöre fast nur ihnen.

Als ich wegfahre, ist der Eiskiosk noch immer nicht geöffnet. Aber ich sehe ihn schon vor mir: eine Klappe in der Holzwand, eine Schlange ohne Eile, eine Kugel Ryssby-Eis in der Sonne und ein paar Ziegen, die sehr bewusst so tun, als wollten sie nicht Teil der Reportage werden.

„Der Kiosk soll den Geschmack nicht verstecken. Er soll dem Sommer nur einen Ort zum Bleiben geben.“
Die Klappe sitzt in der Meierei, doch die Geschichte beginnt draußen: Holzfassade, Plakate und die smålandische Straße zum Hof.
Die Klappe sitzt in der Meierei, doch die Geschichte beginnt draußen: Holzfassade, Plakate und die smålandische Straße zum Hof.
Sommerplakat für den Eiskiosk von Margaretelund
Ein kleines Plakat aus dem ersten Sommer des Eiskiosks. Es steht im Artikel wie ein Stück Werbenostalgie – fast wie eine Magazinanzeige zwischen Reportage und Reiseinfos.
Der Innenhof entsteht für langsame Nachmittage: Kaffee, Eis, Sonne, Schatten und das Gefühl, etwas selbst entdeckt zu haben.
Der Innenhof entsteht für langsame Nachmittage: Kaffee, Eis, Sonne, Schatten und das Gefühl, etwas selbst entdeckt zu haben.
Hinter dem Laden grasen Schafe und Ziegen. Sie sind kein Streichelzoo, aber manchmal besser als jede geplante Unterhaltung.
Hinter dem Laden grasen Schafe und Ziegen. Sie sind kein Streichelzoo, aber manchmal besser als jede geplante Unterhaltung.

Margaretelund / Ormaryd

Ein kleines Geheimnis in Ormaryd.

Der Eiskiosk macht Margaretelund noch mehr zum Ausflugsziel: Laden, Meierei, Tiere, Innenhof und eine Kugel Eis, die den Besuch verlängert.

Der Eiskiosk macht Margaretelund noch mehr zum Ausflugsziel: Laden, Meierei, Tiere, Innenhof und eine Kugel Eis, die den Besuch verlängert.
Der Eiskiosk macht Margaretelund noch mehr zum Ausflugsziel: Laden, Meierei, Tiere, Innenhof und eine Kugel Eis, die den Besuch verlängert.
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