02 · Reiseziel
Ein Licht im Wald.
Es hat etwas Besonderes, wenn ein Laden leuchtet, während die übrige Landschaft fast erloschen ist.
Karolina Kallentoft kam auf den Hof, las aus dem neuen Buch und sprach über Ormaryd, das Schreiben und die Wesen, die sich in den Wäldern um uns bewegen.
Inhalt
Lesen Sie es wie ein Magazin: von vorne bis hinten, oder blättern Sie, bis etwas hängen bleibt.
Auf wenigen hundert Metern sammelt sich hier eine kleine Welt: Käse mit Namen wie Romanfiguren, ein Hofladen, der im Wald leuchtet, Schafe und Ziegen hinter dem Zaun, Kaffee im Hof und der Duft von Milch, Holz, Feuer und Sommer.
Autorenabend mit Karolina Kallentoft, Signierung, Waldwesen und Vorabverkauf in Ormaryd.
Eine reportagelike Begegnung mit dem Käse, der Menschen nach Margaretelund geführt hat.
Ein unbemannter Hofladen, hundert Lichter und rund vierzig lokale Produzenten.

Die Geschichte, wie Käse aus der heimischen Küche zu Hof, Laden, Käserei und Ausflugsziel wurde.
Ein Porträt von Emelie und Alexander, Fingerspitzengefühl und Arbeit hinter den Käsen.
Wild aus den Wäldern, Most von den Hängen am Vättern und Milch vom Hochland.
So findet man den Hof, öffnet den Laden, kauft selbst ein und sieht die Tiere hinter dem Zaun.
Eine persönliche Sommerreportage über Ryssby-Eis, handgemachte glutenfreie Waffeln und einen Innenhof, der gerade erst entsteht.
Ziegen, Gutefår und Jerry, der Flaschenbock – Bewohner, die den Ort wirklich lebendig machen.

Eldost im Brot, Greta mit Grünem, Blauschimmel mit Honig, Tonic-Verkostung und Eis in der Sonne.
Viele kommen zum ersten Mal nach Margaretelund aus einem einfachen Grund: Sie haben von dem Käse gehört.
Nicht wegen allem Drumherum. Nicht wegen der Ziegen, der Farben, des Eiskiosks, des Feuers oder des unbemannten Hofladens, der in der Winterdunkelheit leuchtet. Sie kommen wegen der Kruste. Wegen der Idee, dass ein Käse die Hauptfigur eines Ausflugs sein kann.
Und dann geschieht das Merkwürdige: Der Käse ist nicht der Endpunkt. Er wird zur Tür hinein.
Ein Ensemble aus Käse
Auf Margaretelund bekommen die Käse Namen, Gesichter und Temperamente. Greta ist hell und salzig, Svarta Malin dunkel und abenteuerlich, Farbror Blå langsam und lebendig. Hier ist Käse nicht nur etwas, das man aufschneidet – sondern etwas, das man kennenlernt.




02 · Reiseziel
Es hat etwas Besonderes, wenn ein Laden leuchtet, während die übrige Landschaft fast erloschen ist.
Margaretelund ist nicht als Kulisse gebaut. Es ist aus Arbeit, Holz, Kälte, Farbe und Beharrlichkeit gewachsen.
Die Zufahrt, die helle Holzfassade, das Fahrrad an der Wand, die Plakate im Schnee – alles sagt dasselbe: Hier hat jemand gewählt. Keine Schablone. Keine fertige Hofladenästhetik. Eine eigene Welt.
Darum passt der Ort besser in ein Magazin als auf eine traditionelle Website. Man soll blättern können. Anhalten. Noch einmal hinsehen.
Hinter den Käsen stehen Emelie und Alexander, frühe Milchfahrten und ein warmes, feuchtes Zimmer, in dem Fingerspitzengefühl jede Entscheidung leitet.
Ein Käsetag beginnt oft, bevor der Hof richtig wach ist. Der Milchtank wird an den Anhänger gekoppelt, der Kessel gefüllt, und dann beginnen die Stunden in der Käserei: Säuerung, Schneiden, Formen, Salzen, Waschen, Pikieren und Warten.
Hier reicht es nicht, ein Rezept zu befolgen. Ein halbes Grad, ein paar Minuten oder das Gefühl der Käsemasse können das Ergebnis Wochen, Monate oder Jahre später verändern. Deshalb trägt jeder Käse von Margaretelund die Spuren der Hände, die ihn gemacht haben.
Das ist keine beige Landnostalgie. Es ist Rot, Gelb, Orange, Türkis, Dunkelgrün und Gold.
Hier gibt es eine Wärme, die nicht typisch schwedischer Hofladen ist. Mehr handgemaltes Plakat, mehr Frida Kahlo am Rand des Fichtenwaldes, mehr Zigarrenkiste und Sommerhitze als Leinenschürze und dezentes Schild.
Die Farben verändern die Stimmung. Man kommt wegen Käse herein und bleibt zwischen roten Regalen, türkisfarbenen Kisten, gelben Details und kleinen Dingen, nach denen man gar nicht gesucht hatte.
Hinter dem Laden beginnt die Weide: Ziegen, Gutefår und ein Flaschenbock, der Besucher für seine eigentliche Herde hält.
Die Tiere auf Margaretelund sind keine Dekoration. Sie halten die Flächen offen, geben dem Ort seine lebendige Kante und erinnern daran, dass ein Hof immer mehr ist als Fassade, Sortiment und Öffnungszeiten.
Die Ziegen heißen Britt-Marie, Isabella, Thunder und Getrud. Die Gutefår sind schwarz und gehörnt. Und Jerry, der Flaschenbock, hat noch immer eine sehr eigene Vorstellung davon, was eine Herde ist.
Schimmel, Blasen, Chili und Zeit. Margaretelund soll sich wie ein Ort anfühlen, an dem Aromen sich entwickeln dürfen.
In den Regalen steht auch alles, was prickelt, sticht und ein Essen lebendig macht: Kombucha, Chili, fermentiertes Gemüse, Honig, Marmeladen, Tonic und Flaschen, die ein einfaches Abendessen unerwarteter machen.
07 · Abende
Feuer, Lichter, Menschen, die bleiben, und ein Ort, der am meisten er selbst wird, wenn es dunkel wird.
Bildessay
Ein roter Stuhl im Wald. Etwas Fichte. Zwei Gläser. Es sieht aus, als sei gerade jemand gegangen – oder komme gleich mit Kaffee zurück.
Im Norden Smålands ist das Terroir leiser als in der Toskana, aber nicht weniger deutlich.
Innerhalb von vierzig Kilometern liegen Anbauzonen eins bis fünf: Äpfel am Vättern, Milch vom Hochland, Wild aus den Wäldern und steinige Äcker, die von Generationen von Händen geformt wurden.
Im Hofladen wird die Landschaft zu Regalmetern. Rund vierzig sorgfältig ausgewählte Produzenten lassen Besucher ein Stück Småland mit nach Hause nehmen.
Am 18. Juni öffnet sich eine Klappe in der Meiereiwand – und Margaretelund bekommt eine neue Sommerstimme.
Während Blumenkästen getragen und Tische vor der Premiere abgewischt werden, entsteht hinter dem Laden ein kleines Sommergeheimnis: Ryssby-Eis im Becher oder in handgemachter glutenfreier Waffel, Kaffee in der Sonne und Schafe und Ziegen am Zaun.
Das ist keine Rezeptsammlung, sondern einige Arten, Margaretelund mit nach Hause zu nehmen.
Ein guter Hofladen macht Essen nicht komplizierter. Er macht es durchdachter. Eldost, Greta, Blauschimmel, Honig, Tonic und Eis werden zu kleinen Servierungen, in denen der Ort noch auf dem Tisch bleibt.
Reisefakten
Margaretelund liegt an der Adresse Margaretelund 1, zwischen Eksjö und Nässjö, nahe der Straße 40 und etwa zwei Kilometer nördlich des Bahnhofs Ormaryd.