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Reiseführer / Ormaryd
Margaretelund besuchen
Zwischen Eksjö und Nässjö, nur einen Steinwurf von der Straße 40 entfernt und zwei Kilometer nördlich des Bahnhofs Ormaryd, liegt ein Hofladen, der auch dann geöffnet ist, wenn der Rest der Gegend schläft.
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Ich komme nach Margaretelund, als der Wald dunkel wird. Die Straße zwischen Eksjö und Nässjö liegt still da, doch plötzlich wird die småländische Dämmerung von etwas Unerwartetem unterbrochen: einer Lichterkette aus hundert kleinen LED-Lampen, beleuchteten Pollern am Parkplatz und einem Holzhaus, das warm am Waldrand leuchtet.
Es ist ein ungewöhnliches Gefühl, einen Laden ohne Personal zu betreten und sich trotzdem nicht allein zu fühlen. Hier gibt es eine andere Art von Gegenwart: die Farben in den Regalen, die Käse im Kühlschrank, der Kaffee, das Licht, die Tiere hinter dem Laden und das klare Gefühl, dass jedes Produkt sorgfältig ausgewählt wurde.
Margaretelund ist rund um die Uhr geöffnet, jeden Tag. Emelie und Alexander sind trotzdem oft in der Nähe: Sie füllen lokale Waren nach, arbeiten in der Käserei, versorgen die Tiere oder tun all das, was eine solche Stelle selbstverständlich wirken lässt, auch wenn sie unbemannt ist.
Der Zutritt erfolgt mit BankID. Man scannt einen QR-Code mit der Handykamera, identifiziert sich und öffnet die Tür. Eine App ist nicht nötig. Ausländische Besucher ohne BankID finden Telefonnummern an der Tür; ein Anruf genügt, und jemand kann aus der Ferne öffnen oder helfen.
Drinnen nimmt man einen Handscanner aus der Ladestation, geht in seinem eigenen Tempo durch den Laden und scannt die Strichcodes der Produkte oder die Etiketten am Regal. Bezahlt wird mit Karte oder Swish. Wenn etwas nicht funktioniert, stehen Telefonnummern an der Kasse – Hilfe ist nah, auch wenn der Laden still ist.
Vielleicht ist es gerade diese Stille, die den Besuch besonders macht. Viele Kunden bleiben lange vor den Regalen stehen, lesen Etiketten, drehen Gläser um und denken über Wildfleisch, Apfelmost, Tonic, Käse und Honig nach. Allein in einem Laden mitten in der Nacht Vertrauen zu spüren, ist ein eigentümlich schönes Gefühl. Vertrauen gehört zum Erlebnis – auch wenn der Laden natürlich kameraüberwacht ist.
Hinter dem Laden weiden Gotlandschafe und Ziegen. Im Frühjahr gibt es oft Lämmer, und manchmal finden die Tiere es spannender außerhalb der Weide als innerhalb. Dann darf man gern anrufen; jemand kommt und redet ein ernstes Wort mit ihnen. Besucher sollten durch den Zaun schauen und die Weiden nicht betreten; die Böcke sind groß, stark und können gefährlich sein, wenn sie stoßen wollen.
Im Sommer ist der Eiskiosk während der Schulferien von Donnerstag bis Samstag, 13 bis 19 Uhr, geöffnet. Serviert wird Ryssbyglass aus Nässjö, und der Innenhof füllt sich mit Menschen, die einen Platz in der Sonne oder im Schatten finden. Auch wenn der Kiosk geschlossen ist, gibt es Eis im Gefrierschrank des Ladens, und Kaffee bekommt man immer.
Margaretelund ist ein exklusives Ziel für gutes Essen, das zugleich gut für Familien mit Kindern funktioniert. Es ist kein Park, keine Kulisse und kein gewöhnlicher Hofladen. Eher eine kleine Welt im Wald: Essen, Tiere, Farbe, Licht und ein Laden, der auf der Idee beruht, dass gute Produkte jederzeit leicht zu finden sein sollten.
“Kommen Sie tagsüber wegen der Tiere. Kommen Sie abends wegen des Lichts.”
Margaretelund 1
Margaretelund besuchen.
Zwischen Eksjö und Nässjö, nur einen Steinwurf von der Straße 40 entfernt und zwei Kilometer nördlich des Bahnhofs Ormaryd, liegt ein Hofladen, der auch dann geöffnet ist, wenn der Rest der Gegend schläft.